Jubiläumsausstellung

Sonderausstellung vom 14. Juli bis 21. Oktober im Ostpreußischen Landesmuseum „275 Trakehnen – Mythos im Zeichen der Elchschaufel“

Die 275-jährige Wiederkehr des Gründungsdatums des Hauptgestüts Trakehnen ist Anlass einer großen Sonderausstellung, die das Deutsche Pferdemuseum in Verden und das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Trakehner Verband realisiert haben.

Die große Jubiläumsausstellung beginnt am 30. März im Deutschen Pferdemuseum. Die besondere Faszination des Hauptgestüts Trakehnen veranlasste die Menschen, Gegenstände zu sammeln, wertvolle Stücke ebenso wie unbedeutende Papiere, wenn sie an das „Paradies der Pferde“ erinnerten. Als Souvenirs aus dem fernen Ostpreußen oder als Umzugsgut blieben sie erhalten, längst bevor das Ende Trakehnens auch nur zu ahnen war. Auf den Fluchtwagen 1944/45 nahmen die Menschen die für sie wichtigsten Dinge mit, und auf diese Weise gelangten wertvolle Erinnerungsstücke in Sicherheit.

Auch in den beiden Museen sind im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche interessante und wertvolle Exponate und Dokumente zusammengetragen worden. Viele mehr, als dass man sie alle zeigen könnte. Deshalb freuen sich die Ausstellungsmacher, dass sie aus den Depots ihrer beiden Museen sowie zahlreichen herausragenden privaten Leihgaben erhalten haben, die zuvor noch nicht öffentlich präsentiert worden sind.

Friedrich Wilhelm I, König von Preußen, gründete 1732 das „Königliche Stutamt Trakehnen“ mit über 1100 Pferden. Zuvor hatten einige hundert Soldaten durch Rodung und Entwässerung des Pissa-Geländes zwischen Gumbinnen und Stallupönen nutzbar gemacht.

Als Hofgestüt gegründet, ging 1786, nach dem Tod Friedrich II, mangels privater testamentarischer Verfügung das Hauptgestüt in das Eigentum des Staates über.

Der züchterische Aufbau wurde durch Evakuierung bzw. Kriege erschwert wie zum Beispiel durch die Flucht vor Napoleon nach Russland (1806/07), die Flucht nach Schlesien (1812/13) oder durch den Ersten Weltkrieg. Ungefähr 200 Jahre bestand die Hauptaufgabe Trakehnens darin, Hengste für die Landespferdezucht zu liefern. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden vom Militär und auch von der Landwirtschaft konkrete Anforderungen an den Trakehner gestellt. Hierfür engagierten sich besonders die Landstallmeister Graf Siegfried von Lehndorff und Dr. Ehlert. „Durch diese Zucht nach Leistung ist Trakehnen mehr wohl als die meisten anderen Zuchtgestüte in der Welt bekannt geworden.“ (H.-J. Köhler)

Das Hauptvorwerk Trakehnen mit den 15 Vorwerken umfassten eine Fläche von ungefähr 24.000 Morgen. Man kann regelrecht von einem kleinen Staat im Staat sprechen. Denn die eigene Bewirtschaftung wie auch die Infrastruktur sorgten sowohl rundherum für die Bewohner, die Pferde und das Vieh. Man verfügte zum Beispiel über damals eine der modernsten Mühlen mit angeschlossenem Speicher, einer Post, mehreren Schulen, zwei Tiermedizinern, einer gut funktionierenden Verwaltung, Wohnungen und dem zentral gelegenen, bekannten Hotel „Elch“.

Nur mit Blick auf die Geschichte lässt sich die Zukunft gestalten. Dementsprechend ist der Rundgang durch die Ausstellung konzipiert: Geschichte und Tradition würdigen und zugleich das aktuelle Geschehen im Auge haben.

In der chronologisch aufgebauten Ausstellung werden die das Hauptgestüt prägenden Phasen – von der Gründung, über die Ären herausragender Landstallmeister, über das Trakehner Pferd im Militär und in der Landwirtschaft, über die Pferderennen in Trakehnen, die Flucht und den Neubeginn ab 1947 – besonders thematisiert.

Verschiedene Inszenierungen oder auch eine Hörstation mit Zeitzeugen-Interviews runden die Präsentation vieler einzigartiger, bedeutender Exponate ab.

Zur Sonderausstellung erscheint ein umfangreiches Begleitbuch.

Laufzeit der Sonderausstellung:

Deutsches Pferdemuseum
30. März bis 1. Juli 2007
anschließend
Ostpreußisches Landesmuseum
14. Juli bis 21. Oktober 2007

Ostpreußisches Landesmuseum
Ritterstraße
21335 Lüneburg
Tel.: 04131/7599519
naturkunde@ostpreussisches_landesmuseum.de