VII. LANDESSCHAU BAYERN

Die Holledau erstrahlte im Glanz der Elchschaufel!
Acht Jahre waren seit der letzten Landesschau in Kreuth vergangen – wahrlich Zeit für eine neue Standortbestimmung. Eingebettet war die Schau in ein komplettes Zucht-Wochenende mit Zentraler Eintragung und Stutenleistungsprüfung – ein verlockendes Angebot gerade im Flächenstatt Bayern mit seinen bekanntlich weiten Anfahrtswegen. Das riesige Nennergebnis mit wenig Ausfällen forderte Höchstleistungen vom Helferteam des Zuchtbezirks, das für eine rundum gelungene Schau sorgte. Selbst Petrus schickte strahlendes Spätsommerwetter in die Holledau. Kein Wunder, dass man am Schluss auf allen Seiten zufriedene Gesichter sah …

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Das Mammutprogramm begann mit einer Stutenleistungsprüfung, zu der ein in Bayern bislang noch nie erlebtes Starterfeld von 22 Stuten antrat. Unumstrittene „Königin“ wurde die fünfjährige lackschwarze SUMEIKA v. Hibiskus/Athlet aus der Zucht von Willi Loher, Hengersberg, Reservesiegerin ihrer Eintragung 2007. Bereits parallel zur Reitpferdeprüfung der SLP traten 36 Stuten aller Altersklassen zum Freilaufen und freiwilligen Freispringen für die Zentrale Eintragung an. ROMINTEN v. Elfengeist/Balfour xx (Z: Stefan Stürzer, A-Lamprechtshausen, B: Jutta Michalek, Eggenfelden), die im vergangenen Jahr bereits souverän die Stutenleistungsprüfung in Kreuth gewonnen hatte, sicherte sich mit exzellenten Grundgangarten den Titel der „Besten der Vierjährigen und Älteren“ und den Prämientitel des Verbandes. 16 Dreijährige, darunter allein drei Töchter des russischen „Springwunders“ Heops, stellten sich anschließend der Beurteilung der Kommission, über ein Drittel verließ den Ring mit Prämienpunktzahl. Unangefochtene Siegerin wurde die Fuchsstute SCHNEEFL?ñCKCHEN v. Pricolino (Z: Wolfgang Heise, Seeon, B: Barbara Schwingeler-Nolden, A-Handenberg), die Stute mit dem wohl besten Schritt des Tages.

76 Stuten gingen anlässlich der sonntäglichen Landesschau auf die Ringe von zehn verschiedenen Klassen. Dank Pilotprojekt für die erstmals ausgeschriebenen Klassen der Halbblüterinnen und Springbetonten Stuten hatten die beiden Richtergruppen 96 Auftritte zu bewerten und rangieren. Aussteller, Richter und Zuschauer waren zu Recht beeindruckt von dieser Standortbestimmung der bayerischen Trakehnerzucht. Nach eigenen Worten hat Zuchtleiter Lars Gehrmann, der spontan die gesamte Ansage der Schau in perfekter Weise übernommen hatte, bisher noch keine Landesschau mit so großem Auftrieb gesehen – ein Verdienst, das sich Bayerns Trakehner Züchter ebenso auf die Fahnen schreiben dürfen wie das rührige Organisationsteam um Dr. Lutz Schubert und Wolfgang Moll, die das rechte Händchen für die passende Motivation hatten.

Sie nahmen sich nicht viel, die beiden brillanten bayerischen Siegerstuten von 2005 bzw. 2007, die hier zum ersten Mal in direkter Konkurrenz aufeinander trafen. Beides bedeutende, moderne Stuten mit viel Präsenz und Ausstrahlung; beide mit überwältigendem Trabvermögen. Die Nase vorn behielt schließlich die schwarze Jahressiegerstute von Neumünster 2007, GIPSY FLOWER II v. Gribaldi/Polarion – eine Stutenkönigin, die immer da war und sehr wohl um ihre Souveränität wusste (Z: Hans-Peter Heinen, Issum, B: Verena Sontheimer, Dießen). ROMINTEN VIII v. Gelria/Inster Graditz aus der Zucht des Gestüts Schralling wurde 1. Reservesiegerin.

Von ganz anderer Machart die 2. Reservesiegerin PASSION V v. In Flagranti/Unkensee (Z/B: Erin Raili, Wessobrunn). Die vierjährige frisch gebackene Prämienstute mit erstem Fohlen bei Fuß hatte ihren beiden Konkurrentinnen eine am Vortag abgelegte vorzügliche Leistungsprüfung voraus und punktete mit gleichmäßig gutem Schritt und Trab sowie beispielhafter Gelassenheit. Den Ehrenpreis des Trakehner Fördervereins für die beste Halbblutstute der Schau konnte Klaus Wittlich für die zweifache Klassensiegerin VALERIA IV v. EH Beg xx/Mahagoni (Z: Herbert Schümann, Kirchhain, B: Anja & Hans-Peter Hinterberger, Velburg) überreichen.

Ein Aufgebot von sechs Stutenfamilien zeichnete einen eindrucksvollen Querschnitt der züchterischen Basis in Bayern. Souverän dominiert wurde die Klasse von der Familie der Per Du aus der Zucht von Erin Raili, Wessobrun, deren beide Töchter des Schwaigangerer Landbeschälers In Flagranti ihre Altersklassen gewinnen konnten. Besondere Typausprägung und Trakehner Adel verbinden sich hier in idealer Weise mit guten Grundgangarten.

Mehr Info:www.trakehner-bayern.de

Impressionen Beate Langels, Dr. Peter Richterich