Trakehner Hengstmarkt 2022

60. Internationaler Trakehner Hengstmarkt in den Holstenhallen, Neumünster

 

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Der Trakehner Siegerhengst heißt Kaiser’s Erbe

Ein Bewegungstalent der Superlative bat zum Tanz: Kaiser’s Erbe überzeugte die Körkommission von Tag eins an bei jedem Auftritt. „Königlich in seiner Erhabenheit, sportlich mit allen Attributen für das Große Viereck gesegnet, ein Gleichgewichtspferd mit einem ausgeglichenen Temperamt und bester Leistungsabstammung“, kommentierte Zuchtleiter Lars Gehrmann. „Ein Spitzenhengst, ein echter Siegerhengst von besonderer Bedeutung.“ Das erkannten auch die Bieter in der abschließenden Auktion und heizten sich gegenseitig bis zum Zuschlagpreis von 170.000 Euro an. Käufer aus Bayern machten das Rennen. Eine vollgeschwisterliche Trächtigkeit zum Sieger wurde für 23.000 Euro versteigert.

Der junge Kaiser tritt in der Tat ein eindrucksvolles Erbe an: Sein Vater Easy Game weist ihn aus als Halbbruder des erfolgreichste Dressurpferdes der Welt, TSF Dalera BB, des niederländischen Championatspferdes Hermes und des Trakehner Starvererbers Millennium. Der Siegerhengst führt auf Vater- und Mutterseite Leistungsgenetik der Sonderklasse: insgesamt vier Grand-Prix Hengste – Easy Game Gribaldi, Schwadroneur und Van Deyk – finden sich allein in den ersten drei Generationen. Gezogen wurde Kaiser’s Erbe in den Niederlanden von A.J.M aan de Steege, Enter (NED), der auch Züchter der Hengste Kaiser Milton und Kavalli war, aber tragisch noch vor der Geburt des Fohlens unerwartet verstarb. Die Zuchtgemeinschaft ter Hamsel-Zanderink, Elly van Vlerken-van Osch, (Liesel, NED) übernahm das Fohlen, das früh als etwas Besonderes auffiel. Man brachte es zur Aufzucht in die bewährten Hände von Gerard Geling, der in Schleswig-Holstein eine namhafte Hengststation betreibt und den kleinen Hengst behütet auf ostholsteinischen Weiden aufzog.

 

Adventswochenende im Zeichen der Trakehner Junghengste

Die Trakehner Hengstkörung in den Holstenhallen Neumünster findet in diesem Jahr erstmals im Dezember statt und den Auftakt Körung bildet traditionell die Musterung im Freien auf hartem Boden.
Frisch waren die Temperaturen, frisch zeigten sich die 35 Köranwärter dem Publikum und der fünfköpfigen Körkommission. Diese beurteilt bei der ersten Vorstellung das Exterieur eines jeden Hengstes im Stand, bevor es auf eine große Trabrunde geht, bei der die Youngster erstmals mit ihrer Bewegungsmechanik glänzen können. Und sie wussten ihre Chance zu nutzen.

 

 

Der Tag zwei der Trakehner Hengstkörung beginnt traditionell mit dem Freispringen der Junghengste. „Wir haben qualitätvolles und harmonisches Freispringen erlebt“, kommentierte Körkommissar August Camp, Geldern. „Dressuraspiranten und Buschtalente in spe treten bei den Trakehnern in der gleichen Abteilung an, wohingegen in den großen Zuchtverbänden mittlerweile getrennt nach Disziplinen gekört wird. Dem haben wir in diesem Jahr Rechnung getragen und somit bei Hengsten mit klaren Dressurpedigrees nicht vorrangig das Springvermögen abgefragt, sondern Körperbalance, Übersicht und Einstellung beurteilt.“ Zukünftige Vatertiere für Vielseitigkeit und Parcours konnten ihrerseits Kraft und Geschick über den Stangen beweisen und nutzten trefflich die Chance, die Körkommission zu beeindrucken.

 

 

 

13 Hengste körte die Kommission anlässlich des 60. Trakehner Hengstmarktes, fünf von ihnen stellte sie als Prämienhengste mit besonderer Veranlagung heraus. Reservesieger 2022 wurde der kraftvolle ROCKINGHAM v. Saint Cyr, der mütterlicherseits als Enkel der unvergessenen Weltcup-Siegerin Renaissance Fleur TSF mit einer so hochkarätigen wie seltenen Abstammung glänzt. Gezogen von Mathias Kley, Gotha, freute sich eine Besitzergemeinschaft aus dem Hause Langels, Schäplitz, über den Erfolg und das Auktionsergebnis von 87.000 Euro. Zugeschlagen wurde der braune Charmeur nach Schleswig-Holstein. Ebenfalls im Prämienlot waren mit dem Schimmel TANZFÜRST v. Dezember aus der traditionsreichen Zucht des Gestüts Panker der Hessischen Hausstiftung und dem in Dänemark gezogene ELEKTRIC SPIRIT v. Ivanhoe aus dänischer Zucht von Annegrete Jacobsen, Skibby, zudem zwei sportliche Traumtypen, die mit Eleganz und Charisma zu bezaubern wussten. Elektric Spirit wurde für 53.000 Euro nach Schleswig-Holstein zugeschlagen, Tanzfürst erzielte 52.000 Euro und geht nach Bayern. Als bester Halbblüter und bester Springhengst aus der Zucht von Simone und Frank Schönbeck firmierte ein Sohn des Anglo-Arabers Nathan de la Tour AA namens BELUN. Er ging für 72.000 Euro nach Hamburg.

 

 

„Dieser Hengstjahrgang ist eines Jubiläumshengstmarktes würdig“, urteilte Körkommissar Dr. Hans-Peter Karp, Ochtrup. „Der Jahrgang war ausgeglichen, wir konnten den Zuchtfortschritt mit Sportlichkeit präsentieren.“ Der Körjahrgang glänzte zudem internationaler als je zuvor: Der Sieger kam in den Niederlanden zur Welt, drei gekörte Hengste kommen aus dänischer Trakehner Zucht, ein Youngster steht in Schweizer Besitz.

Der Durchschnittpreis der gekörten Hengste betrug 53.958 Euro, bei den nicht gekörten 17.857 Euro.

 

 

Körergebnisse

Auktionsergebnisse gekörte Hengste

Auktionsergebnisse nicht gekörte Hengste

 

Auswahl der Jahressiegerstute 2022

Eine Trakehner Jahressiegerstute der Sonderklasse, die bei der Auktion zur gefeierten Preisspitze avanciert und das zum Zuschlagspreis von noch nie erreichten 157.000 Euro: Die Trakehner Prämienstute „Grace Kelly“ sorgte bei der Auktion der Stuten und Reitpferde, die am Freitag, den 2. Dezember im Rahmen des Trakehner Hengstmarktes in den Holstenhallen Neumünster stattfand, für eine Sensation. Die noble schwarzbraune Tänzerin aus der erfolgreichen Zuchtgemeinschaft von Familie Ebert und Hella Kuntz, Neckarsteinach, trug stolz die schwarz-rot-goldene Schärpe, nachdem sie bei der Auswahl der Trakehner Jahressiegerstute die hochkarätige Konkurrenz ihrer Jahrgangskolleginnen abgehängt hatt.

Ergebnis Jahressiegerstute

 

Die Auktionen am Freitag Abend

In der vollbesetzten Halle feierten die Besucher bei bester Stimmung die Pferde und die Bieterduelle, die sich um jeweils sieben Stuten und sieben Reitpferde entspannen. Die Stuten erzielten einen Durchschnittspreis von 42.500 Euro, die Reitpferde kosteten im Schnitt 45.714 Euro. Mit 82.000 Euro den Spitzenpreis der Reitpferde erzielte der Wallach „Tatanka“, der sich als Bewegungskünstler der Extraklasse und elegantes Dressurtalent darstellte. Auch die jungen Vielseitigkeitspferde waren heiß begehrt und attraktive Beispiele für die Eignung des Trakehner Pferdes für „den Busch.“

Ergebnis der Auktion der Reitpferde

Ergebnis der Auktion der Stuten

 

Stutenpower beim Trakehner Freispring-Cup

Der Trakehner Freispring-Cup ist seit sieben Jahren ein beliebter Programmpunkt des Trakehner Hengstmarktes, für den sich drei- und vierjährige springbetonte Nachwuchstalente qualifizieren können. Den Sieg sicherte sich an diesem Tag eine vierjährige Tochter des Vollblüters Integral xx. Elke Kiewald aus Heidekrug in Meckenburg-Vorpommern ist Züchterin von „Haila“, die bereits anlässlich ihrer Zentralen Eintragung in Ganschow beste Springstute und beste Halbblutstute war. Platz zwei vergaben die Richter doppelt: an die in Litauen im Staatsgestüt Nemunas gezogene, dreijährige Stute „Halna“ eine Tochter Springvererbers Viskis, und an die ebenfalls dreijährige „Romeiken.“ Im Stall von Züchterin Gisela Gunia, Uslar, ist nicht nur das Nachwuchstalent zur Welt gekommen, sondern auch dessen Vater Tecumseh und ganze Stutengenerationen auf Mutterseite.

Ergebnisliste Freispringcup


TSF Dressurchampionat

Der Trakehner Förderverein schreibt alljährlich zum Trakehner Hengstmarkt das TSF Dressurchampionat für sieben- bis zehnjährige  Dressurpferde aus, die sich über Erfolge in schweren Dressurprüfungen qualifiziert haben. Vier Teilnehmer gingen in die Einlaufprüfung der Klasse S*. Den Tagessieg sicherte sich der lackschwarze Hengst „Kalimero“ v. Hibiskus mit seiner Bereiterin Natalie Soujon. Kalimero steht im Besitz seiner Züchterin Ines Eisold und in enger Verwandtschaft zum Köranwärter Kratos.

Ergebnisliste TSF-Dressurchampionat

Im Finale des TSF Dressurchampionat siegte der bildschöne Rapphengst KALIMERO v. Hibiskus, der von Natalie Soujon in der Prix St. Georges Kür brillant vorgestellt wurde und sich den Titel mit gut 74 Prozent sicherte. Platz zwei ging an Christina Ellendt, deren Vorstellung von KAMPINO v. Elfado über 73 Prozent erhielt. Es folgten Pettersson v. Hirtentanz unter Leonie Bramall sowie INFINITY v. Zauberlord mit Timo Kemmerer im Sattel.

Ergebnisliste Finale TSF-Dressurchampionat