DAS TRAKEHNER ICSI PROGRAMM

Kostenübersicht

Verfügbare Hengste

Further information

Sorry, this entry is only available in Deutsch.

Seltene Leistungsgenetik gezielt einsetzen

in Kooperation mit

Die züchterische Verfügbarkeit von interessanten, vererbungsbewährten- und/ oder sporterfolgreichen Hengsten ist häufig durch vielfältige Gründe stark eingeschränkt. Zum einen stellt sich ein gesicherter und zugleich hoher Zuchtwert, verbunden mit einer besonderen genetischen Werthaltigkeit, nicht selten erst nach dem Tod eines Vatertiers heraus. Des Weiteren bestreiten viele Hengste meist vorrangig eine erfolgreiche Sportkarriere, die einen breitflächigen Zuchteinsatz in den Hintergrund treten lässt. Durch diese Rahmenbedingungen bleibt vorwiegend nur der Einsatz von Tiefgefriersperma (TG) als Nutzungsmöglichkeit, jedoch wird dieses mit zunehmender Attraktivität und der damit verbundenen steigenden Nachfragesituation immer schwieriger verfügbar und auch bezahlbar, so dass viele attraktive und leistungsorientierte Zuchtplanungen nicht umgesetzt werden können.

Seit einigen Jahren setzt sich die Trakehner-Turniersport-Gemeinschaft (TTG) mit dem Sonderprojekt „Genetische Ressourcen“ und in Kooperation mit einigen Hengststationen für die Sicherung von bewährter Leistungsgenetik für die Trakehner Zucht ein. Ziel ist es, diese für Trakehner Züchter verfügbar zu machen. Entsprechendes Tiefgefriersperma (TG) ist jedoch häufig schwer zu finden und meist sind nur Restmengen im höheren Preisniveau zu erwerben. Dadurch stellt sich zwangsläufig die Frage, wie man die vorhandenen gegrenzt verfügbaren Besamungsportionen effektiv für den Zuchtfortschritt einsetzen kann, da viel mehr potenziell passende Stuten und auch interessierte Züchter vorhanden sind als entsprechendes TG-Sperma. An diesem Punkt setzen die Möglichkeiten an, die moderne Reproduktionstechniken schaffen können. Speziell das Verfahren der Intercytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) ermöglicht hier neue Perspektiven.

Die Reproduktionsmethode der Intercytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI), welche auch in ähnlicher Form in der Humanmedizin Einsatz findet, ist in zwei Teilschritte untergliedert, dem sogenannten OPU (Ovum-Pick-Up oder Eizellentnahme) und der darauffolgenden eigentlichen Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI), der Befruchtung der entnommenen Eizellen mit jeweils einem Spermium unter Laborbedingungen.

Das OPU-Verfahren ist zwar ganzjährig durchführbar, die Stute sollte sich jedoch nicht in Rosse befinden. Daher findet die Eizellenentnahme meist in den Herbst- und Wintermonaten Anwendung, denn eine wichtige Grundvoraussetzung ist, dass die Spenderstute eine möglichst große Anzahl an Follikeln ab einer Größe von mind. 1 cm Durchmesser ausgebildet hat. Beim OPU werden dann unter Ultraschallkontrolle Oocyten (Eizellen) durch Punktion der sich auf den Eierstöcken befindenden Follikeln entnommen. Diese werden dann unter dem Mikroskop identifiziert, gewaschen und reifen anschließend im Brutschrank zu befruchtungsfähigen Eizellen heran. An diesem Punkt kommt dann das eigentliche ICSI-Verfahren zur Anwendung.

copyright: Hurkamns ET

Unter dem Mikroskop wird unter Einsatz von feinsten Werkzeugen die befruchtungsfähige Eizelle fixiert und ein einzelnes Spermium, nach Aufbereitung und Selektion, mittels einer kleinen Nadel direkt in die Eizelle injiziert (ISCI). Die so künstlich befruchtete Eizelle entwickelt sich im Optimalfall im Brutschrank zu einem übertragungsfähigen Embryo, der direkt in eine Empfängerstute übertragen werden kann. In den meisten Fällen werden die so produzierten Embryos allerdings tiefgefroren und zu einem späteren Zeitpunkt in eine Leihmutter übertragen. Dadurch ist der Zeitraum für das spätere Geburtsdatum planbar und auch eine Zyklussynkronisation der Empfängerstute ist nicht zwingend notwendig.

Durch die Anwendung von OPU und ICSI kann eine einzelne TG-Paillette mehrfach für die Befruchtung von Eizellen von verschiedenen Stuten Anwendung finden und viel effektiver züchterisch eingesetzt werden.

Vor dem Hintergrund der neuen reproduktionstechnischen Möglichkeiten ist im Rahmen des Trakehner Projektes Genetische Ressourcen eine Kooperation mit zwei erfahrenen Institutionen im Bereich der ICSI-Technologie entwickelt worden. In Zusammenarbeit mit der Pferdeklinik Mühlen (OPU; Adresse: Münsterlandstraße 42, 49439 Mühlen, Ansprechpartnerin: Dr Alexandra Görgens – Tel.: 0170 2459027, Website: https://www.pferdeklinik-muehlen.de/ ) und der Reproduktionsklinik Hurkmans ET in den Niederlanden (OPU und ICSI, Adresse: Binnenveld 12, 5763 BT Milheeze (NLD), Kontakt: Hans Hurkmans: +31638919783, Website: https://www.hurkmanset.de/icsi.html, können Trakehner Züchter exklusiv Hengste wie z.B.  Almox Prints, Favoritas xx, Heops, Heraldik xx, Kentucky und viele weitere bewährte Vererber nutzen. Eine ausführliche Beschreibung der Abläufe des ICSI-Verfahrens, sowie die damit verbundenen Kosten sind auf der Homepage des Trakehner Verbandes unter: www.trakehner-verband.de abrufbar. Ebenso können sich Interessierte hier über alle im Rahmen des Trakehner ICSI-Projekts nutzbaren Hengste und die damit verbundenen Decktaxen/ Nutzungspreise informieren. Für Rückfragen zum Projekt, sowie Fragestellungen im Bereich der Anpaarungsberatung steht die Zuchtleitung des Trakehner Verbandes gerne zur Verfügung.

Kostenübersicht

Verfügbare Trakehner Hengste über ICSI

Hans Hurkmans                                                          Dr. Alexandra Görgens, Mühlen